Vorfruchtwert von Hülsenfrüchten

Größenordnung und wirtschaftlicher Wert von Hülsenfrüchten vor der Ernte in Europa: Ein Überblick

Stichpunkte:

  • Die Vorteile vor der Ernte sind ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Hülsenfrüchten
  • Der Ertragsvorteil für nachfolgende Kulturen hängt von der Düngung und dem Vergleich der Vorkulturen ab
  • Folgekulturen bringen in Europa häufig 0,5–1,6 Mg/ha mehr nach Getreidehülsenfrüchte
  • Die Bewertung der Bruttogewinnspannen bei der Rotation zeigt eine höhere Wettbewerbsfähigkeit von Hülsenfrüchten
  • Alternative Zwischenfrüchte sind in Europa oft noch wettbewerbs-fähiger als Hülsenfrüchte.

Zusammenfassung: Die Körnererzeugung von Hülsenfrüchten bietet vielfältige Vorteile für die Umwelt und kann die Nachhaltigkeit der europäischen Landwirtschaft verbessern, aber ihre Produktionsfläche nimmt ständig ab. Die Wettbewerbsfähigkeit von Hülsenfrüchten wird häufig durch geringere Bruttogewinnspannen im Vergleich zu landwirtschaftlich geeigneten Anbaumethoden eingeschränkt. Sie kann jedoch verbessert werden, indem man die Fähigkeit zur Steigerung des Ernteertrags und möglicherweise zur Verringerung des Einsatzbedarfs (Dünger, Biozid, Bodenbearbeitung) einschätzt. . Die Informationen über das Ausmaß der Auswirkungen von Hülsenfrüchten vor der Ernte sind vielfältig und wurden für die europäische Landwirtschaft nicht synthetisiert. In diesem Artikel werden Untersuchungen zu Vorteilen vor der Ernte für den Ertrag und den Einsatzbedarf nachfolgender Kulturen sowie zur wirtschaftlichen Rentabilität von Getreidehülsenfrüchten in europäischen Anbausystemen durchgeführt. Dazu gehört eine Analyse der Größenordnung des Nutzens vor der Ernte für den Getreideertrag, die in 29 Versuchen in Europa gemessen wurde und 19 Studien über die Bruttogewinnspannen von Hülsenfrüchten, die von der Ernte bis zum Erntesystem reichen, werden bewertet. In den verfügbaren Studien sind die Ertragsvorteile von Hülsenfrüchten für Folgekulturen bei geringer Stickstoffdüngung für Folgekulturen am höchsten, und die Düngung kann bei Aufrechterhaltung akzeptabler Erträge um durchschnittlich 60 kg N/ha verringert werden. Mit dem Ziel, das Ertragspotenzial zu maximieren, kann die Stickstoffdüngung nach Hülsenfrüchten um 23–31 kg/ha reduziert werden, und die Getreideerträge sind meistens 0,5–1,6 mg/ha höher als nach Getreidevorfrüchten. Mit einer angemessenen Abschätzung des Nutzens vor der Ernte können die Bruttogewinnspannen der vollständigen Fruchtfolge die Wettbewerbsfähigkeit von Hülsenfrüchten besser eingeschätzt werden. In den untersuchten Studien waren 35 von 53 modellierten Fruchtfolgen mit Hülsenfrüchten mit vergleichbaren Fruchtfolgen ohne Hülsenfrüchte konkurrierend. Die Fruchtfolge von Hülsenfrüchten war unter konservierenden Bodenbearbeitungssystemen wettbewerbsfähiger, wenn bei der Berechnung der Bruttomarge Kosteneinsparungen aufgrund angepasster Maschinenanforderungen berücksichtigt wurden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wert von Leguminosen vor der Ernte eine entscheidende Komponente für die wirtschaftliche Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe in europäischen Anbausystemen darstellt. Um jedoch die Größenordnung zu bestimmen, sind weitere experimentelle Untersuchungen erforderlich. Die Ausweitung der Rentabilitätsmaßnahmen auf Pre-Crop-Effekte erhöht die Anzahl der Situationen, in denen Hülsenfrüchte mit Getreide konkurrieren können, erheblich und wirkt sich geringfügig positiv auf ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber alternativen Zwischenfrüchten aus. Neben einer besseren Berücksichtigung des Werts vor der Ernte sind weitere genetische und agronomische Verbesserungen beim Anbau von Leguminosen sowie eine unterstützende Marktentwicklung und politische Unterstützung erforderlich, wenn Europa die ökologischen Vorteile von Leguminosen nutzen und die Nachhaltigkeit seiner Landwirtschaft verbessern will.

Den vollständigen englischen Text können Sie hier nachlesen.