Weiße Lupine

Die Demonstration neuer Sorten der Blauen und Weißen Lupine bereichert zukünftig das Beratungsangebot im LUPINEN-NETZWERK. Die Landwirtschaftliche Lehranstalt Triesdorf (Züchter) und die Deutsche Saatveredelung AG (Vertreiber) möchten in Zusammenarbeit mit dem LUPINEN-NETZWERK neue Zuchtlinien anthraknosetoleranter Weißer Lupinen demonstrieren. Durch diese Aktivitäten wird eine Ausweitung der Beratung, Demonstration und Datenerhebung für Lupine angestrebt.

Im Vergleich  sind die Erträge der Weißen Lupine mit 20–60 dt/ha höher als die der Blauen Lupine. Für die Tierernährung zeichnet sich die Weiße Lupine durch höhere Proteingehalte im Samenkorn aus. Nicht zuletzt tragen die Eiweißpflanzenstrategie des Bundes, die Arbeit des LUPINEN-NETZWERKES und die Listung neuer Lupinenprodukte im Naturkost- und Lebensmitteleinzelhandel zu einem vermehrten Interesse der Landwirte am Anbau der Lupine für eine Verwendung in der Humanernährung oder als Eiweißkomponente in der Tierfütterung bei.

Der Zulassung der neuen Sorten Celina und Frieda der Weißen Lupine mit einer besseren Toleranz gegen Anthraknose im März 2019 wird mit großer Erwartung entgegengeblickt. Diesbezüglich leisten die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf und Herr von Baer erfolgreiche Züchtungsarbeit. „Die Sorte Victor Baer (L-albus) steht ebenfalls 2019 zur Zulassung an und wird von der I.G. Pflanzenzucht GmbH vertrieben. Bei Zulassung der neuen Sorten würde der aktuell schwierige Anbau sicherer. Da diese Art eine Standorteignung insbesondere auf süddeutschen Lagen aufweist, könnte der Anbau ausgeweitet werden“. Die Zusammenarbeit zur Weißen Lupine wird mit Partnern wie der Landwirtschaftskammer NRW, dem ZALF e.V. und den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf bzw. Herrn von Baer als Präsidenten der International Lupine Association und Naturland e. V. sowie der Bayerischen Eiweißinitiative/LfL als Multiplikator und dem Fraunhofer-IVV noch weiter ausgebaut, um Synergien aller Beteiligten zu nutzen.

In Brandenburg konzentriert sich das ZALF mit dem Modul zur Weißen Lupine auf Anbaufragen. Erste Erfahrungen mit Weißer Lupine wurden im diesjährigen Sortenversuch am ZALF in Kooperation mit der Naturkost Ernst-Weber gemacht. Für einen erfolgreichen Neueinstieg und einen langfristigen Verbleib der Landwirte in diesem innovativen Bereich „(Weiße) Lupine in der Humanernährung“ ist eine standortspezifische Anbauverfahrensentwicklung im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis notwendig. Mit Demonstrationsvorhaben, Sortenversuchen (z. B. neue Sorten im Vergleich Amiga, Feodora, Energy, etc.) sowie gezielten Anbauverfahrensversuchen zur optimierten Unkrautregulierung  können die Betriebe aktiv beim Anbau der Weißen Lupine unterstützt werden (u. a. Anbau in weiter Reihe mit Striegeln und Hacken).

Betriebe die sich für einen Probeanbau mit den neuen Sorten Celina oder Frieda interessieren, können sich an die Deutsche Saatveredelung AG wenden. Ansprechpartner ist Oliver Wellie-Stephan, E-Mail: oliver.wellie-stephan@dsv-saaten.de, Tel: 02941-29 64 87.

Weitere Aktivitäten:

  • Demonstrationsparzellen mit Sortenversuchen der Weißen Lupine (Exakt- und Praxisversuche) auf verschiedenen Standorten und in Verfahrensvergleichen zur Unkrautregulierung.
  • Die Sorten der anthraknose-toleranteren Zuchtlinie der Weißen Lupine werden an der Landwirtschaftskammer NRW – sobald verfügbar – in die ökologischen und konventionellen Landessortenversuche integriert und können dort auch zur Anschauung genutzt werden.
  • Präsentation im Rahmen von Feldtagen (19. Juni 2018 in Wilmersdorf bei Angermünde und 26. Juni 2018 am ZALF Müncheberg). Beide Feldtage, ausgerichtet vom ZALF und der HNE Eberswalde, widmeten sich dem Motto „Eiweißpflanzen erfolgreich nutzen“ und wurden gemeinsam mit Partnern aus der Region (u.a. LELF, LfU, VERN e.V.) sowie mit dem LUPINEN-NETZWERK und der Brotbüro GmbH durchgeführt.
  • Etablierung einer Spezialberatung für Körnerleguminosen (Lupine).
  • Entwicklung von Leitfäden – in Zusammenarbeit mit dem ZALF entsteht z.B. seitens der Landwirtschaftskammer NRW ein Anbautelegramm Weiße Lupine.
  • Akquise neuer Betriebe, Gewinnung von Landwirten für die Wertschöpfungskette Humanernährung.
  • Verstetigung der Strukturen durch die Einbindung neuer Betriebe und die Verknüpfung mit dem InnoForum Brandenburg (http://innoforum-brandenburg.de/ ).