Die optimierte Lupine in der Milchkuhfütterung

Sojaextraktions- und Rapsextraktionsschrot sind die in Deutschland am häufigsten eingesetzten proteinreichen Futtermittel in der Milchkuhfütterung. Daneben gewinnen in den letzten Jahren zunehmend einheimische Proteinträger an Bedeutung, können jedoch aufgrund einiger physiologisch ungünstiger Parameter (hohe ruminale Abbaubarkeit des Proteins, Gehalt an antinutritiven Substanzen) bisher nur beschränkt eingesetzt werden.
Neben den positiven ackerbaulichen Effekten der Körnerleguminosen aus heimischem Anbau, bietet sich die Lupine mit ihrem relativ hohen Rohprotein- und Energiegehalt in besonderem Maße für die innerbetriebliche Verwertung in der Fütterung an. Deren Einsatzwürdigkeit, ob be- oder unbehandelt, entscheidet sich am jeweiligen festgestellten Futterwert sowie an den konkret entstehenden Kosten für die betriebliche Produktion.
Mit speziellen technischen Behandlungen können die UDP- und nXP-Gehalte von Lupinen gegenüber dem unbehandelten Futtermittel gesteigert werden (Pieper et al., 2004, Pieper et al., 2007, Pries et al., 2005). So konnte die Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG (deuka) mit Hilfe ihres patentierten Expansionsverfahrens Opticon® ein Mischfutter mit einem Anteil von 50% Lupine – das Lupicon® R – entwickeln.

Herr Völske, von der DTC hat dem Lupinen-Netzwerk das Opticon®-Verfahren sowie das Produkt Lupicon® R einmal näher vorgestellt:

Erläutern Sie uns bitte einmal das Opticon® Verfahren der Deutschen Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG (Deuka)

Das Druckhydrothermische Opticon® ist ein über beinahe zwei Jahrzehnte erprobtes, patentiertes HTST-Verfahren (High Temperature Short Time). Hierbei wird eine feuchte Extrusion, bei der das Substrat durch eine Öffnung mit geringem Durchmesser gepresst wird, mit einer Expandierung, bei der dieses zudem durch Wasserdampf schlagartig ausgedehnt wird, kombiniert (Abb. 1).

Abb.1: Wärmebildkamera-Aufnahme eines Expanders

Zu Beginn des Prozesses erfolgt eine Befeuchtung mit Wasserdampf um Schädigungen der Nährstoffe zu vermeiden. Im Inneren der Maschine befinden sich Paddel auf einer Welle welche das Substrat „durchwalken“. Durch enormen Druck und eine schnellen Druckentlastung („Flash-Verdampfung“) am Ende des Expansionsprozesses werden Strukturen „geöffnet“, die Oberfläche vergrößert sich und die Verdaulichkeit des Futtermittelsubstrates steigt (Abb. 2, Aufnahmen mit einem Raster-Elektronenmikroskop).

 

Abb.2a: unbehandeltes Rapsschrot

Abb. 2b: druckhydrothermisch behandelt

 

 

 

 

 

 

 

Worin liegen die Vorteile der doppelten Behandlung gegenüber einer rein Thermischen, welche ebenfalls den UDP-Wert erhöht?

Gängige Hitzebehandlungen erfolgen in der Regel „trocken“, dabei ist eine Schädigung der Nährstoffe oder eine Proteindenaturierung kaum zu vermeiden. Bei einer reinen Hitzebehandlung erfolgt keine mechanische Behandlung des Substrates, daher hat eine solche Behandlung auch keinen merklichen Einfluss auf Struktur oder Oberfläche und folglich keinen (positiven) Einfluss auf die Verdaulichkeit. Reine Hitzebehandlungen zeigen zudem nicht immer eine ausreichende Wirkung auf Antinutritive Faktoren, da die äußere Schicht der Saatkörner stärker erhitzt wird als der Kern.
Beim hydrothermischen Verfahren, dem „Toasten“ wiederum, erfolgt eine Befeuchtung des Substrates. Daher ist dieses Verfahren proteinschonend und liefert gute Ergebnisse bezüglich der ANF. Allerdings fehlen auch hier in der Regel die mechanische Einwirkung und der Expansionseffekt wodurch die Verdaulichkeit nicht verbessert wird.

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