Allergiepotential der Lupine

Reaktivität des Haut-Pricktests gegenüber Lupine im Vergleich zu Erdnuss-, Erbsen- und Sojabohnen bei atopischen und nicht-atopischen deutschen Probanden: Eine vorläufige Querschnittsstudie.

Grafik: https://commons.wikimedia.org

Zusammenfassung: Die zunehmende Verwendung von Lupine in der Lebensmittelverarbeitung wirft das Problem möglicher (kreuz-) allergischer Reaktionen auf. Um die Prävalenz der Sensibilisierung für Lupine im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten zu bewerten, wurden bei atopischen (n = 81) und nicht-atopischen (n = 102) deutschen Erwachsenen Pricktests mit Lupine, Erbse, Erdnuss und Sojabohne durchgeführt. Von diesen 183 Probanden mussten 20 Probanden aufgrund ungültiger Hautstichproben (Reaktion auf Histamin <3 mm oder auf Natriumchlorid >2 mm) ausgeschlossen werden. Daher wurden Hautstichproben von 163 Probanden in die endgültigen Analysen einbezogen. Von 163 Probanden reagierten 18 positiv auf mindestens eine getestete Hülsenfrucht. Die Gesamtreaktivität des Hautsticheltests war bei nicht atopischen und atopischen Probanden unterschiedlich (P = 0,005). Insgesamt wurden sechs Probanden (4%) für Lupinen, 12 (7%) für Erbsen, 5 (3%) für Erdnüsse und 8 (5%) für Sojabohnen sensibilisiert. Zwei (2%) der 92 nicht-atopischen Probanden und 4 (6%) der 71 atopischen Probanden hatten einen positiven Hautstich-Test auf Lupine. Von den 6 gegen Lupine sensibilisierten Personen waren 3 (50%) auch gegen Erbsen, 3 (50%) gegen Erdnüsse und 5 (83%) gegen Sojabohnen sensibilisiert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Prävalenzraten der Lupinensensibilisierung mit denen von Erbsen, Erdnüssen und Sojabohnen vergleichbar oder sogar niedriger waren. Bisher wird vermutet, dass eine Lupinenallergie in der deutschen Gesamtbevölkerung relativ selten auftritt, da nur bei 2% der nicht-atopischen Probanden eine Sensibilisierung durch Lupinen auftrat. Es besteht jedoch ein klares Risiko für eine Lupinenallergie bei prädisponierten Probanden, da die Sensibilisierungshäufigkeit für Lupinen bei atopischen Probanden 6% betrug. Insbesondere bei Personen mit bestehender Sensibilisierung oder Allergie gegen andere Hülsenfrüchte besteht aufgrund der Kreuzreaktivität ein höheres Risiko für eine Sensibilisierung oder Allergie gegen Lupine.

Den vollständigen englischen Text der Studie finden Sie hier.